über mich

Über mich

Mit dieser Seite möchte ich ein wenig von meiner Persönlichkeit preisgeben. Ich werde einen epischen Monolog führen, bis ich letztlich zu dem wirklich Interessanten, nämlich dem Grund für die Daseinsberechtigung des Blogs, kommen werde. Wem das alles zu viel bla bla ist, kann auch hier direkt zu dem Teil springen. Übrigens ist meine Inspirationsquelle auch eine hervorragende Möglichkeit die Lachmuskeln zucken zu lassen und somit parallel meine erste wärmste Empfehlung für das Befüllen freier Zeit. Aber dazu später mehr – kommen wir also zu mir.

Herkunft & Standort

Mein Name ist Florian, ’82er Jahrgang, geboren und aufgewachsen in Berlin Moabit. Mein ganzes Leben lang wohne ich bereits in der Nähe meines Geburtsortes, dem damaligen Krankenhaus Moabit, nie weiter entfernt als im Radius von 1 km. Wenn ich das so schreibe wirkt das fast erstaunlich und beinahe bodenständig. Übrigens: wusstet ihr, dass in dem Krankenhaus nicht nur Menschen gepflegt wurden? Im März 1957 wurde das Gorillababy “Knorke” auf die Quarantänestation der Kinderabteilung eingeliefert. Es litt an Salmonellenvergiftung und wurde dort von einer eigenen Schwester betreut. Aber das nur am Rande.

Wenn ich ehrlich bin, aber gemessen an den vielen Jahren wohl eher eine Randnotiz wert, wohnte ich während meiner Ausbildungszeit zwischen 2000 und 2001 für knapp sieben Monate in Charlottenburg. Es war eine (sehr) kleine 28 m² kleine Sardinenbüchse, als erste Wohnung mit 17 aber durchaus passabel. Selbst diese Wohnung war mit nur knapp 3,5 km Luftlinie vom Geburtsort entfernt und direkt an der Wilmersdorfer Straße gelegen, einer Einkaufspassage nur für Fußgänger. Nach sieben Monaten war dann aber Schluss mit lustig und ich zog in die Wohnung, in der ich nun schon seit fast 18 Jahren wohne.

Berufliche Orientierung & Weiterentwicklung

Nach einer langen, nennen wir sie, orientierungslosen Phase, entschied ich mich für eine berufliche Ausbildung zum damals noch genannten “Kaufmann für Bürokommunikation” bei den Berliner Elektrizitätswerken AG, kurz BEWAG. Vielen Ur-Berlinern dürfte dieses Unternehmen noch ein Begriff sein. Bis 1997 noch in Händen vom Land Berlin, wurde im Dezember 2001 an den schwedischen Konzern Vattenfall verkauft. Nach meiner Ausbildung wurde ich unbefristet übernommen. Es hat noch zehn Lange Jahre gedauert, bis ich angefangen habe mich zu verändern.

Ende 2012 war es dann soweit. Im beidseitigen Einvernehmen verließ ich das Unternehmen Vattenfall. Der Blick war geradeaus gerichtet. Die Entscheidung stand fest und es gab kein Zurück mehr. Was hat mich nur geritten einen solchen Schritt zu gehen? Hat schonmal jemand von euch bei einem Kundenservice gearbeitet? Wenn du jetzt nickst, wirst du nachvollziehen können, warum ich nach zehn Jahren meinen Hut genommen habe. Es war eine Entscheidung für’s Leben: Cholera oder Pest.

Damit mir nicht langweilig wurde, habe ich bereits im August 2012 mit einer berufsbegleitenden Fortbildung in Form von Abendunterricht angefangen, um im April 2014 meinen Realschulabschluss auf die Allgemeine Fachhochschulreife upzugraden. Nach der Arbeit ging es hierbei dreimal die Woche von 19 Uhr bis meist 22 Uhr an die Kläre-Bloch-Schule zum Büffeln von längst vergangenen Themengebieten wie Deutsch, Englisch, Mathe etc. Scheinbar habe ich mich nicht blöd angestellt, mit einem numerus clausus von 1,2 bewarb ich mich bei meinem jetzigen Arbeitgeber der Berliner Stadtreinigung für ein Duales Studium im Fachbereich Informatik.

Der Wendepunkt in meinem Leben

Früher oder später gibt es ihn. Ich hätte meinen können, dass meine Umorientierungsphase nach zehn Jahren Kundenservice diesen Punkt darstellte, aber da habe ich wohl das Spiel des Lebens außer Acht gelassen. Mein Studium lief mehr oder weniger gut, es gab Höhen und Tiefen, lange Durststrecken und Tage an denen es mal gut lief. Insgesamt war die Studienzeit eine schöne Zeit. Ich, das Ur-Gestein zwischen 29 jungen Hüpfern die gerade frisch vom Abi gekommen sind und viel leistungsfähiger waren als ich, der von dem jüngsten ausgegangen 14 Jahre älter war. Aber egal, man ist ja immer nur so alt wie man sich fühlt, richtig?

Jetzt kommt der Knaller, seid ihr soweit? Alle Prüfungen (wenn auch manche mit Anlauf) waren bewältigt, das Bachelor-Thesis-Thema gewählt und eingereicht und mit dem Fachbereich abgesprochen. Es konnte eigentlich nichts mehr schief gehen. Irgendwie wird es ja wohl zu schaffen sein in zehn Wochen 50-60 Seiten zu einem Thema zu schreiben, an dem man im Betrieb Tag für Tag gearbeitet hat… oder? Stichtag für die zehnwöchige Bearbeitungsfrist war der 29.05.2017. Ich lag gut in der Zeit, hatte sogar vorher schon die ersten 1.500 Wörter zu dem Thema verfasst und bei meiner Dozentin über Google Docs eingereicht – quasi als “Live”-Version und immer aktuellem Bearbeitungsstand.

Und wo ist jetzt der Knaller?

Der kommt jetzt. Es war ein heißer Arbeitstag. Ich war sehr früh auf der Arbeit, um sechs Uhr war ich bereits im Büro. Gegen 14:30 Uhr ließ ich alles stehen und liegen, wollte nach Hause und auf den Balkon an die Sonne. Ich sah mich schon mit meinem Laptop in der Bauchfalte liegend in der Sonne braten und über meine nächsten paar hundert Wörter zum Thema nachdenkend. Sinnierend stieg ich in die Bahn. Sie fuhr gerade einmal eine Minute, als ich plötzlich nicht mehr wusste, wo ich war und wo ich hinwollte.

Ab da an ging alles sehr schnell. Die nächste Einfahrt in die Bahnhofshalle habe ich schon nicht mehr mitbekommen. Ohnmacht. Kurz davor knisterte es ganz merkwürdig in meinem Kopf. Ich kann nicht beschreiben wie sich das angefühlt hat. Stellt euch einfach vor, ihr würdet mit eurem Ohr ganz nah an noch nicht zerknüllter Alufolie kommen und diese dann langsam zu einem Ball formen. So hat es sich tief in meinem Kopf angefühlt. Das Nächste an das ich mich erinnern kann, war, dass ich von Sanitätern umringt auf einer kalten Stahlbank im Bahnhofsbereich aufgegriffen wurde, merkwürdigerweise entgegengesetzt der Richtung in die ich eigentlich ursprünglich unterwegs war.

Natürlich waren meine 180 € teure Sonnenbrille und die 350 € günstigen Over-Ear-Kopfhörer weg, ich lebe ja schließlich in Berlin. Ein treuer Finder hat jetzt sicherlich die richtige Verwendung dafür gefunden und ergötzt sich an dem glasklaren Klang der Kopfhörer (übrigens eine echte Empfehlung meinerseits und heute viel günstiger). Sei es ihm gegönnt. Der arme Junge hat bestimmt nie so etwas teures besessen. Das sollte jetzt auch gar nicht mein Problem sein. Ich war ja sowieso noch benommen und wusste nicht was los war. Also was scherten mich diese materiellen Güter? Als die Sanis mitbekamen, dass mit mir nicht gut Kirschen essen war, lieferten sie mich ins Krankenhaus ein.

Und dann?

Inzwischen wurde meine Freundin informiert, dass ich nicht nach Hause kommen werde, sondern den Umweg über die Unfallklinik in Steglitz genommen habe und dort noch ein paar Untersuchungen über mich ergehen lassen müsse. Ein paar Stiche hier, ein paar Stiche da, einmal CT rein und raus, MRT, das ganze Programm. Diagnose: 6,5 cm großer Tumor (oder genauer: Anaplastisches Astrozytom) am linken Frontallappen im Kopf. Jackpot. Der Schock sitzt mir beim Schreiben rückblickend immer noch im Nacken. Ein richtig dicker Joshy.

Viele Wochen vergingen bis es schließlich am 14.06.2017 zu der erlösenden Operation gekommen war und der Tumor in einer Wach-OP vollständig entfernt wurde.

Moment mal, du warst wach?

Naja, so halb. Ich wurde narkotisiert in den OP-Saal geschoben und während der fast siebenstündigen Operation aus der Narkose geholt. Das Einzige, woran ich mich erinnern kann ist, dass ich überall fixiert war. Ich konnte weder meine Arme noch meinen Kopf oder Hals oder sonst irgendwas bewegen. Um mich herum waren Monitore zu sehen, leicht hinter mir, soweit ich das erkennen konnte, zwei durchsichtige Plastikplanen. Das ich mich nicht bewegen konnte war dabei das geringste Problem.

Viel interessanter waren die Geräusche, denen ich ausgesetzt war. Von einem süffisanten Schmatzen, als wenn man mit einem dem Finger auf einem nassen Schwamm drückt bis hin zu elektrischen Schneidewerkzeugen war die Palette der wahrnehmbaren Klänge beachtlich hoch. Wusstet ihr, dass das Gehirn kein Schmerzempfinden hat? So war es möglich Gehirnregionen elektrisch zu stimulieren um herauszufinden, wo der Arzt schnippeln darf und wo er es besser nicht tun sollte.

Meinem Empfinden nach war ich vielleicht 30 Minuten lang wach und habe mich mit dem Assistenz-Arzt über’s Laufen, vegane Ernährung etc. unterhalten. Er war mir sympathisch, da er genauso tickte wie ich. Hinterher erzählte der Doktor meiner Freundin, dass ich fast die komplette OP über wach war, also über sechs Stunden. Keine Ahnung, was ich noch so alles erzählt habe, ich kann mich jedenfalls nicht mehr daran erinnern.

Geschafft?

Ja. Zumindest vorerst. Nach der OP kam ich zur Beobachtung auf die Intensivstation und natürlich bildete sich ein Hämatom. Was jetzt so flachsig klingt war im Übrigen was den ganzen Verlauf dieser Geschichte angeht, ein riesen Glück. Klar, es hätte nicht sein müssen, allerdings hätte es auch viel schlimmer kommen können. Einen Tag später ging es dann also noch einmal für ein paar Stunden als Topping in eine Not-OP. Wieder Intensivstation. Immerhin lebe ich noch. Mal ein paar Bilder aus dieser Zeit:

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Blogidee & Inspiration

Jetzt wo ihr einiges über mich als Person erfahren habt, möchte ich nun noch, wie anfangs erwähnt, darauf eingehen, wie ich dazu gekommen bin diesen Blog ins Leben zu rufen. Ich hatte schon ein bis zwei Laufblogs vor meiner Krankheit, wo es – Überraschung – ums Laufen ging. Da ich dieses Hobby aber momentan hinten anstellen muss, habe ich mit dem Thema abgeschlossen. Bis vor kurzem führte ich noch einen Blog über meine Krankheit, mit Erfahrungsberichten während der Krankheit, meinen Höhen und Tiefen etc. Da mich das aber wider Erwarten eher runtergezogen hat, habe ich auch diesen Blog nicht mehr.

Nun beginne ich ganz von vorne. Hauptsächlich ist es Tommy Jaud zu verdanken, dass dieser Blog hier entstanden ist. Wie, warum und weshalb könnt ihr hier nachlesen. Viel Spaß!