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Von der Idee zum Blog

In den vergangenen Wochen hatte ich sehr viel Zeit. Genug, um darüber nachzudenken was ich damit alles anfangen könnte. Ich besann mich auf meine Stärken, wozu definitiv das Schreiben zählt. Was mit Aufsätzen in der Schule anfing, zog sich, eher beiläufig als bewusst aktiv, durch mein ganzes Leben. Als ich die Schulbank verließ, schrieb ich Kurzgeschichten während der Bahnfahrt zur Arbeit oder lange Mails mit einem Kumpel, wo wir uns über unsere geistigen Werke austauschten – damals noch genauso unproffessionell wie heute. Doch langsam entwickelte sich eine Idee.

Nach einer Schaffenspause die einige Jahre anhielt, drohte die Schreiberei in Vergessenheit zu geraten. Andere Dinge waren wichtiger, mein Zeitmanagement offenbar nicht mit meinen sehnlichsten Wünschen kompatibel. Irgendwann kam dann der Zeitpunkt, an dem ich es wieder gefühlt habe. Kennt ihr das, wenn ihr morgens aufwacht und die Hände kribbeln, weil man auf einem Nerv gelegen hat? Dieses Kribbeln in den Fingern habe ich nach und nach wiederentdeckt.

Mit dem Laufen kam das Schreiben zurück

Ich war schon immer eine Couch-Kartoffel, mit Sport hatte ich noch nie so richtig viel am Hut. Geändert hat sich das erst mit einem Kollegen, der mich mal fragte, ob ich den Nike+ Run Club in Berlin kennen würde und ob ich nicht mal mitlaufen wollen würde. Hierbei handelt es sich um einen von Nike organisierten Lauftreff. An bestimmten Tagen in der Woche finden sich Laufbegeisterte aus der ganzen Stadt ein, um gemeinschaftlich durch Berlin zu wackeln. Warum nicht, dachte ich mir, und meldete mich auf der Seite an. Das tolle ist: Es gab regelmäßig sehr hochwertige “Werbegeschenke” in Form von Nike-Funktionsshirts. Alleine aus der Zeit, wo ich dort mitgelaufen bin, habe ich fünf oder sechs unterschiedliche Shirts zu Hause rumliegen. Teilweise sind diese an ein bestimmtes Thema geknüpft, wie “Berlin Half”, welches es zur Halbmarathon-Teilnahme 2016 dazu gab. Mein ganzer Stolz. Auch die blaue Tartanbahn vom Olympiastadion wurde von Nike im Oktober 2016 exklusiv für 120 Mitglieder angemietet. Das komplette Olympiastadion für nur 120 Leute – das war ein tolles Gefühl.

Aber hier soll es nicht um Nike gehen (schaut mal rein), sondern um das Schreiben bzw. wie ich wieder dazu gekommen bin – und das waren die Anfänge. Mit jedem Training, welches ich absolviert habe, jede Kleinigkeit die mit Laufen zu tun hatte, alles wurde von mir erfasst und in einen Blog gepackt. Schnell hatte sich ein dichtes Netzwerk von Läufern gebildet. Nach vielen Jahren habe ich endlich meine Liebe zum Schreiben wieder entdeckt. Es folgte ein Projekt-Halbmarathon-Blog und letztlich ein allgemeiner Laufblog, welchen ich noch über WordPress direkt gehostet habe.

Eigener Server ebnete den Weg

Wenn man etwas mit aufrichtigem Enthusiasmus macht, führt irgendwann kein Weg daran vorbei sich immer wieder neu zu erfinden, besser zu werden und nach Möglichkeiten zu suchen es dem Leser so angenehm wie möglich zu machen. Als ich noch über WordPress gehostet habe, störten Werbebanner meinen Blog. Ich bin kein großer Freund von Werbung, dennoch kann ich verstehen, dass WordPress so seine Einnahmen generiert. Ich wollte jedoch unabhängiger und flexibler sein. Also bin ich auf die Suche nach einem Server inklusive Domainangebot gegangen und bei Strato fündig geworden. Die boten sogar spezielle WordPress-Pakete an, welche die Infrastruktur für WordPress bereits beinhalteten.

Ich wollte gerade so richtig loslegen, dann kam der Krebs. Von einem Tag auf den anderen wurde es still um meinen Blog. Es kamen nur noch sehr unregelmäßig Beiträge und der Server blieb größtenteils unbeeindruckt vom Traffic, den ich erzeugte. Nach dem langen Krankenhaus-Aufenthalt entschied ich über meine Erlebnisse, meine Bestrahlung, meine Chemotherapie, eben über all das was dazu geführt hatte, dass die Bits und Bytes von hier auf jetzt verschwanden, zu berichten. Ein neuer Blog erblickte das Tageslicht.

Zu viel Negativität

Während der Chemotheraphie und besonders in der Bestrahlungszeit hat mich der Blog sehr aufgebaut und abgelenkt. Ich fühlte mich befreiter darüber schreiben zu können und meine Erfahrungen in einem Kreis von Interessierten zu teilen. Vielleicht wirkten meine Beiträge auch ein Stück weit beruhigend auf Angehörige, die einen ähnlichen Fall in der Familie haben oder sich damit aktuell notgedrungen auseinandersetzen mussten? Für die Zeit in dieser Phase, und das ist der springende Punkt, war es sehr angenehm, aber irgendwann kommt der Moment an dem man diese Erinnerung auch mal loslassen möchte. Bei meiner Diagnose werde ich bis zu meinem Lebensende eh schon regelmäßig daran erinnert, schließlich folgen nun halb- bis vierteljährliche MRT-Untersuchungen, die gucken, ob im Oberstübchen noch alles in Ordnung ist. Nicht zu vergessen sind auch die Tabletten, die ich weiterhin einnehmen muss. Tag für Tag. Da bleibt einfach kein Platz mehr für ein negativ behaftetes Thema in Blog-Form.

Leben heißt Veränderung

Kleiner Gedankensprung. Seit einiger Zeit frühstücken meine Frau und ich morgens vor der Arbeit und verzichten dabei auf den bislang immer eingeschalteten Fernseher. Es flimmerte zwar das Frühstücksfernsehen von Sat. 1 über den Bildschirm, also sogar etwas halbwegs kultiviertes, allerdings hatten wir dabei nie so richtig das Gefühl fit und erholt in den Tag zu starten. Also haben wir an dieser Gewohnheit etwas geändert und stattdessen Radio gehört. War auch nicht viel besser. Wenn man Glück hatte (und die Zeit ist morgens sehr begrenzt für so etwas wie Glück), konnten wir durchgängig Musik hören. Meistens gab es aber Werbung und Nachrichten, wovon letzteres sehr viel seltener vorkam.

Was blieb also als Alternative? Zum Schlafengehen hören wir immer Podcasts oder Hörbücher, wobei die dermaßen beruhigend auf uns wirken, dass wir meistens nicht einmal fünf Minuten davon mitbekamen, bevor wir seelenruhig einschlummerten. Das erste wirklich nennenswerte und lustige Hörbuch, was wir je gehört hatten war von Tommy Jaud (zu ihm wird es noch einen ausführlichen Blog-Artikel von mir geben) und heißt “Hummeldumm“. Als Audible mal wieder Ihre kostenlose Aktion für Neukunden rausgehauen hat, habe ich mir das mal heruntergeladen, da es in den Empfehlungen erwähnt wurde. Ich habe mich nicht mehr einbekommen vor Lachen. Die Bücher sind bestimmt toll – aber die Hörbücher, auf Grund von dem Darstellungsspektrum von Tommy Jaud und bei manchen Hörbüchern Gastsprecher von Christoph Maria Herbst (übrigens is(s)t er auch vegan) sind FANTASTISCH. Ich übertreibe nicht.

Wo ist der springende Punkt?

Wer vor hat auf Safari nach Namibia zu fliegen, sollte sich auf jeden Fall vorher das Hörbuch “Hummeldumm” anhören. Wollt ihr die Welt mit sinnfreien Geschäftsideen revolutionieren hört euch “Überman” an (Kapitel 40 ist für die Lachmuskeln sehr fordernd – wenn ich nur daran denke, muss ich gleich wieder laut schallernd in Gelächter ausbrechen). Wenn ihr allerdings einen Blog wie diesen machen möchtet, hört euch sein Werk “Sean Brummel: Einen Scheiß muss ich” an. Dieses Hörbuch hat mich inspiriert diesen Blog hier zu kreieren, zumindest den Teilbereich mit der Überschrift “Nix muss ich…”. In dem Hörbuch geht es darum, dass man sich immer wieder vorsagen hört, was man noch alles zu machen hat – wenn man aber tief in sich geht, dann muss man das überhaupt nicht machen. In der Rubrik “Nix muss ich…” greife ich deshalb genau diese Themen auf und starte entsprechende Experimente.

Angefangen von Verzicht auf den Fernseher oder der Computer-Maus bis hin zu anderen Themen, die noch nicht verraten werden, bildet dieser Part den Hauptteil meines Blogs. Weiter geht es mit leckeren Rezepten auf pflanzlicher Basis, also vegan (vielleicht auch seltener mal etwas vegetarisches), wo ich insbesondere Rezepte aufgreife, die in der Tierwelt bereits existieren (ich bin ja nicht als Veganer geboren) und sich relativ leicht “imitieren” lassen. Eine weitere Rubrik und damit die Abrundung und den Feinschliff dieses Blogs wird eine persönliche Note erfahren. Dinge, die ich schätzen und lieben gelernt haben, werden hier ihren Platz finden, wie beispielsweise die Empfehlung zu Tommy Jaud und seine Werke.

Zu viel Information? Jetzt abkürzen!

Wem das zu viel Text war, der kann sich gerne mal durch meine kurzes Blog Einmaleins graben. Wenn DANN immer noch Fragen sind, könnt ihr mich jederzeit über das Kontaktformular erreichen, ich antworte garantiert innerhalb kürzester Zeit.

Nun viel Spaß auf meinem Blog!